Seliger Pfarrer Marxen

Pfarrer Marxen

„Mit geht es gut. Mein Leben ist in Gottes Hand“

An diesen letzten Gruß seines Bruders aus dem Gefängnis in Albanien erinnerte sich Alfons Marxen [1]. Wahrscheinlich nicht lange danach wurde der Häftling Josef Marxen außerhalb der Stadt Tirana mit anderen Verurteilten im Jahr 1946 hingerichtet.

Geburt und Taufe in Worringen

Josef Marxen kam am 02.08.1904 in Worringen zur Welt und erhielt wenige Tage später in unserer Pankratiuskirche die Taufe. Nach Abschluss der Volksschule besuchte er das Internat in Lorch und wechselte auf das Gymnasium der Steyler Missionare in St. Wendel im Bistum Trier. Dort spürte er die Berufung zum Priester und Missionar. Das Studium führte er am orientalischen Kolleg in München fort und wurde am 21.06.1936 für die albanische Diözese Durrës zum Priester geweiht.

Da seine Familie mehrmals umgezogen war, feierte er seine Primiz in Breyell bei Nettetal. Das Gebetsbildchen enthält den von ihm ausgesuchten Vers: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe“ (Joh 10,11). Dieses Wort aus dem Evangelium sollte sich in seinem Leben bestätigen.

Priester in Albanien

In Albanien wirkte Josef Marxen als Pfarrer in Perlat in den Bergen von 1936-1941 sowie in Jubë an der Küste von 1941 bis zum Zeitpunkt seiner Verhaftung.

Märtyrer

Mit der Machtergreifung der kommunistischen Partei durch den Generalsekretär Enver Hoxha im Jahr 1941 begann nicht nur für die katholische Bevölkerung, die damals etwa 10 % der Gesamtbevölkerung betrug, sondern für alle Religionsgemeinschaften eine Zeit der Unterdrückung und Verfolgung.

In dieser schwierigen Situation setzte sich Josef Marxen für die Menschen ein, die in seinen Pfarrgebieten lebten, ob sie nun Katholiken, Orthodoxe oder Muslime waren. Dr. Cäcilia Giebermann, eine Verwandte des Priesters, hat sich in den letzten zehn Jahren auf Spurensuche begeben. Sie erinnert sich, dass die Menschen noch heute von ihrem ‚Dom Zef‘ sprechen, der lieber bei ihnen blieb, als die Möglichkeit zu nutzen, das Land Albanien zu verlassen.

Seine Pfarrkirche in Perlat wurde später als Schule und Schweinestall genutzt; heute ist sie eine halbverfallene Ruine. Und doch: Die Erinnerung an einen Geistlichen, der ungeachtet der unterschiedlichen Religionen und Konfessionen in seinem Bereich für alle Menschen Hirt war, ist geblieben.

Seligsprechung

Zusammen mit insgesamt 37 weiteren Märtyrern und Märtyrerinnen wird Pfarrer Josef Marxen am 05.11.16 in Albanien selig gesprochen.

Der Gedenktag des Seligen Pfarrer Marxen feiert das Erzbistum Köln am 16. November.

Unsere Kirchengemeinde feiert aus diesem Anlaß jährlich en Hochamt am Sonntag um den 16. November.

 

Messformular 

Confirmation für das Erzbistum Köln durch die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung am 04. Dezember 2017 (Prot. N. 488/17)

Antonius Josef Marxen wurde am 2. August 1906 in Worringen bei Köln als viertes Kind von neun Geschwistern geboren. Nach der Gymnasialzeit bei den Steyler Missionaren im saarländischen St. Wendel trat er mit dem Ziel, selbst Missionar zu werden, in diesen Orden ein und studierte u.a. in St. Augustin. Er empfing 1936 in München die Priesterweihe für das Erzbistum Durrës (Albanien), hielt aber an dem Ziel fest, in der Mission tätig zu sein. In der Zeit der Verfolgung durch die Kommunisten verließ er Albanien nicht und wurde im März 1946 aufgrund seiner priesterlichen Tätigkeit verhaftet und zu einer Gefängnishaft verurteilt, doch am 16. November des selben Jahres erschossen. Am 5. November 2016 wurde er zusammen mit 37 weiteren albanischen Märtyrern, die in den Jahren unter dem kommunistischen Regime einen gewaltsamen Tod erlitten, seliggesprochen.

 

Commune-Texte für Märtyrer
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast dem seligen Priester und Märtyrer Josef
die Kraft gegeben,
bis in den Tod für die Gerechtigkeit einzutreten.
Auf seine Fürsprache
lass auch uns aus Liebe zu dir
alle Widrigkeiten und Anfeindungen ertragen
und dir mit aller Kraft entgegeneilen,
der du allein unser Leben bist.
Durch Jesus Christus.


[1] Cäcilia Giebermann, Josef Marxen, Missionar in Albanien. Eine Spurensuche. Trier 2016, S. 59. Dort finden sich auch weitere Informationen zu Pfr. Marxen.

Selig- und Heiligsprechung

Die katholische Kirche spricht einzelne Menschen selig oder heilig. Zugrunde liegt die Überzeugung, dass jede Christin und jeder Christ zur Heiligkeit berufen ist, um durch das eigene Leben mit allen Grenzen und Fähigkeiten etwas von dem Heilig-Sein Gottes erfahrbar werden zu lassen (Wir kennen die Martinslaterne: Durch verschiedene Farben leuchtet das weiße Licht in der Dunkelheit).

Wird ein verstorbener Christ von vielen Menschen als Vorbild angesehen, so kann ein Verfahren beginnen, in dem, soweit möglich, Zeitzeugen befragt, Dokumente des Verstorbenen gesichtet und zusammenstellt werden. Wirkt Gott auf die Fürsprache des Verstorbenen ein Wunder, etwa eine wissenschaftlich nicht erklärbare Heilung, dann kann der Papst diese Person für selig erklären lassen. Dies bedeutet, dass der Selige in einem bestimmten Bistum oder Orden verehrt wird.

In einem nächsten Schritt kann das Heiligsprechungsverfahren eröffnet werden, das wiederum mit einem Wunder verbunden sein sollte. Bei Märtyrern, also Frauen und Männern, die für ihren Glauben freiwillig in den Tod gegangen sind, wird auf das Wunder verzichtet. Dann kann der Papst die feierliche Heiligsprechung durchführen, d.h. die Person wird in das Heiligenverzeichnis der Kirche aufgenommen und kann weltweit verehrt werden.

Papst Johannes Paul II. hat einmal gesagt, dass die Kirche Heilige und Selige als exemplarische Vorbilder brauche. Ich bin davon überzeugt, dass es auch in unserer Umgebung Menschen gibt, die auf ihre persönliche Weise Gottes Heilig-Sein erfahrbar werden lassen und nicht zur ‚Ehre der Altäre‘ erhoben werden…

Thomas Wolff, Pfr

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